Depression

Eine Depression zu beschreiben, ist gar nicht so einfach. Zum Einen wird sie von den Betroffenen teilweise sehr unterschiedlich erlebt. Und man kann sie zum Anderen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten.

Klinisch betrachtet ist eine Depression eine Diagnose einer psychischen Störung mit klar definierten Symptomen. Es wird unterschieden in drei unterschiedliche Schweregrade (leicht, mittelgradig und schwer). Ebenso kann eine Depression einmalig im Leben eines Menschen auftreten oder auch wiederholt. Hier spricht man von einer rezidivierten depressiven Episode. Symptome, die die Diagnose einer Depression rechtfertigen, sind etwa Verlust der Freude und Interesse an Dingen, die bisher Freude gemacht haben, Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen, Verlust des sexuellen Verlangens, Gereiztheit bis Aggressivität, innere Unruhe, Gefühl der Niedergeschlagenheit oder Traurigkeit bis hin zum Gefühl der Gefühllosigkeit u.a. Es genügt jedoch nicht, nur ein Symptom zu bemerken. Nur eine bestimmte Anzahl von Symptomen die über einer bestimmte Dauer auftreten, rechtfertigt die Diagnose Depression.

Aus der Perspektive des Menschen, der diese Symptome empfindet und unter ihnen leidet sind hier häufig einschneidende Lebensereignisse dafür ausschlaggebend, dass sich eine Depression entwickelt. Das können bereits Erfahrungen in der Kindheit (gewesen) sein, durch die ein Mensch jahrelang emotional schmerzhafte Erfahrungen mit sich herumträgt. Aber auch gegenwärtige Erfahrungen wie Trennung und Verlust eines geliebten Menschen, ein geringes Selbstwertgefühl und eine damit einhergehende Selbstabwertung, Schuldgefühle, berufliche oder private Überforderung, lang anhaltende emotionale Belastungen etwa durch Beziehungs- aber auch Arbeitsplatzkonflikte, Mobbing u.a. können zu einer Depression führen.

Depression ist häufig mit einem Gefühl der Ohnmacht und der Verzweiflung verbunden, die aktuelle Situation nicht ändern zu können. Oft werden auch unbefriedigende Lebensbedingungen sehr lange ausgehalten. Das kann bei vielen Menschen die auftretende Gereiztheit und Aggression erklären. Bei anderen Menschen wird diese Wut zunehmend nach Innen auf sich selbst gerichtet. Die daurch entstehende Selbstabwertung und Schuld können einen Menschen auf Dauer zermürben.

Wenn man die oben beschriebenen Gefühle und Stimmungen von sich kennt, ist es sehr sinnvoll, sich nicht nur alleine damit zurückzuziehen. Hier kann es sehr hilfreich sein, andere Menschen oder auch einen Therapeuten aufzusuchen. Es kann sehr entlastend sein, das eigene innere Erleben mit jemandem zu teilen, dass aus der „Abwärtsspirale“ ausgestiegen werden kann.