Durchgang

Der „passende“ Psychotherapeut  …und…

„Was ist eigentlich Psychotherapie?“

INHALT
Wann kann ein Psychotherapeut und eine Therapie hilfreich sein?
Wie funktioniert Psychotherapie?
Der Ablauf einer Therapie

 

Wann kann ein Psychotherapeut und eine Psychotherapie hilfreich sein?

Die meisten Menschen suchen nach einem Psychotherapeuten, wenn Freude am eigenen Leben eine Seltenheit geworden ist, und vielmehr ein „Funktionieren müssen“ und psychisches, emotionales oder auch körperliches Leiden den Alltag beherrschen.
Anders ausgedrückt könnte man es auch so beschreiben, dass man eher gelebt wird, als zu leben. Dass man also einen Zustand erreicht hat, in dem man regelmäßig vereinnahmt oder „überrollt“ wird von Gefühlen, Gedanken, Erinnerungen und Erfahrungen, die einen nicht loslassen.

→ Weiter zu meinen Schwerpunkten.

Einschneidende Lebenserfahrungen kennt sicherlich jeder. Der Eine kann mit diesen Erfahrungen besser umgehen. Andere haben es hier etwas schwerer, mit der psychischen Belastung umzugehen. Das kann sowohl mit der Erfahrung zu tun haben, als auch mit der Person, die sie erlebt hat. Warum es jemandem schwer fällt, von alleine wieder „aufzustehen“ oder „weiter zu gehen“ beschäftigt die Psychologie und Psychotherapie bis heute und ist in vielen Bereichen noch immer nicht vollständig geklärt. Manche psychologischen Theorien gehen davon aus, dass bereits in der Kindheit Erfahrungen gemacht wurden, die sich auch (oft unbewusst) auf die Gegenwart auswirken. Das muss aber nicht sein. Psychotherapie bedeutet nicht, die ganze Kindheits- und Lebensgeschichte von Geburt an aufrollen zu müssen. Bedeutend ist immer, was gegenwärtig als schwierig und belastend erlebt wird.

top ↑

Wie funktioniert Psychotherapie?

Eine psychotherapeutische Behandlung, wie auch eine kürzer angelegte psychologische Beratung kann als „zeitlich begrenzte Unterstützung“ betrachtet werden. Ähnlich wie etwa bei einem gebrochenen Bein, wofür durch einen Gips oder eine Krücke für eine bestimmte Zeit dem Bein eine Schonhaltung gewährt wird, dass es wieder heilen kann.
Ähnlich ist es bei einer psychotherapeutischen Behandlung. Auch hier braucht ein Teil eines Menschen besondere Aufmerksamkeit und gewissermaßen eine Schonzeit. Die Zeit in der Psychotherapie kann so als Freiraum für diese ‚psychischen Themen‘ bezeichnet werden, die sonst im Alltag keinen ausreichenden Raum und Aufmerksamkeit erhalten.

Neben der Analytischen Psychotherapie, der tiefenpsychologischen Therapie und der Verhaltenstherapie gibt es den Ansatz der Humanistischen Psychologie und Psychotherapie. In diesem Ansatz, den auch ich verfolge, steht das Individuum, also die Person im Mittelpunkt ihrer Erfahrung. Die „psychische Heilung“ geschieht hier durch die Person (den Klienten) selbst – vorausgesetzt sie hat einen äußeren Rahmen, in dem sie sich zu ihrem eigenen Wohlbefinden entwickeln kann. In der Humanistischen Therapie  und Psychologie wird dies „Selbstaktualisierung“ genannt. Der Psychotherapeut ermöglicht dem hilfesuchenden Menschen einen Raum, in dem er zu „Selbst-Erkenntnis“ – oder anders – „selbst zu Erkenntnissen“ gelangen kann, die ihn aus seinem momentanen psychisch belastenden Zustand heraushelfen. Dieser momentane Zustand kann sicherlich mit Diagnosen, wie Depression“, „Angst- oder Panikstörung“, „Burnout“, „Anpassungsstörung“ oder anderen bezeichnet werden. Letztendlich steht jedoch die Person im Mittelpunkt, die mit diesem Zustand fertig werden muss.

Die gewünschte Veränderung im Leben herbeizuführen, passiert nicht immer von heute auf morgen. Sicherlich sind manchmal konkrete therapeutische Empfehlungen oder psychologische Erklärungen vom Therapeuten hilfreich. Es liegt jedoch eine umso größere Bedeutung darin, dass der Klient Erklärungen für sich findet und Strategien für die weiteren Schritte entwickelt – und diese sind so unterschiedlich und zahlreich, wie es Menschen gibt.

top ↑

Der Ablauf einer Therapie

Das Erstgespräch

In der ersten Sitzung – dem Erstgespräch – geht es in erster Linie darum, dass sich zunächst zwei noch völlig unbekannte Menschen kennen lernen. Hilfreich ist hier, wenn der Klient erst einmal frei erzählt, weshalb er sich entschieden hat, einen Psychotherapeuten aufzusuchen. Die Themen, die einen Menschen beschäftigen, werden hier häufig zum ersten Mal ausgesprochen, obwohl sie meist schon einen langen Weg von Erfahrungen, Gedanken und inneren Auseinandersetzungen hinter sich haben. Somit ist der Hilfe Suchende gewissermaßen Experte für seine Probleme. Die Schwierigkeit liegt in der Regel darin, eine Lösung für das Problem zu finden.
Die Formulierung eines konkreten Zieles ist manchmal gar nicht so einfach. Es ist jedoch ein erster und wesentlicher Schritt in Richtung der Lösung.

In der ersten Sitzung geht es somit darum, gemeinsam zu schauen, „wo es hingehen soll“, d.h. welches Ziel Sie verfolgen.
Auch ganz „technische“ Fragen sollen im Erstgespräch geklärt werden – wie etwa die Häufigkeit der Sitzungen, also ob wöchentlich, alle zwei Wochen oder ganz unregelmäßig ein Termin stattfinden soll. Eine gewisse Regelmäßigkeit empfiehlt sich hier vor allem am Anfang, ist jedoch immer ein individuelle Regelung. Auch Fragen zu den Kosten der Behandlung (auch die eventuelle Kostenübernahme durch die Krankenkasse) können hier besprochen werden.

Nicht zuletzt geht es um die wesentliche Frage, ob sich Psychotherapeut und Klient jeweils eine gemeinsame Arbeit vorstellen können. Psychotherapie ist eine sehr persönliche Arbeit und somit eine sehr persönliche Beziehung zwischen zwei Menschen. (Allein die Qualität der Beziehung zwischen Klient/ Patient und dem Therapeuten trägt nach Forschungsergebnissen zu über 80% zum Erfolg einer Therapie bei!)

Der Ablauf einer Therapiesitzung

In jeder einzelnen Sitzung wird immer die Frage sein, was gerade aktuell wichtig und deshalb in den Mittelpunkt der Sitzung zu stellen ist – das übergeordnete Ziel schwingt dabei in der Regel immer mit. Der Klient ist somit immer derjenige, der die Richtung vorgibt. Die Zeit in der Sitzung ist Ihre Zeit. Sie bestimmen, wie Sie diese Zeit nutzen möchten.
Im Vordergrund stehen also immer Sie als individuelle Person mit individuellen Bedürfnissen und Wünschen. So gibt es für mich keine „strategisch optimale Vorgehensweise“, sondern in erster Linie die Orientierung daran, was im jeweiligen Moment und für die jeweilige Fragestellung passend erscheint. Immer verbunden mit dem Ziel, dass Sie die Zeit in der Therapie als wertvoll und fruchtbar erleben.

Wie gesagt – es gibt keine „psychotherapeutische Strategie, wie ich den Klienten verändern werde“. Der Klient hat selbst das Bedürfnis, sich oder sein Leben zu ändern. Und hierbei habe ich die Ehre, das Vertrauen entgegengebracht zu bekommen, ihn in diesem Prozess zu unterstützen.

Das Ende der Therapie

Wie viele psychotherapeutische Sitzungen die gesamte Behandlung dauert ist immer schwer abzuschätzen, und kann am besten der Klient selbst beurteilen. Sie selbst bemerken, ob sich für Sie durch die Therapie etwas ändert und was eventuell noch offen steht und noch Bedarf an weiteren Sitzungen vorhanden ist.
Wie lange eine Psychotherapie geht, wird somit vom Klienten selbst festgelegt und kann prinzipiell nach jeder Sitzung neu entschieden werden.

top ↑