Psychotherapeuten und Heilpraktiker für Psychotherapie

Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie, Psychiater, Psychologen, Ärzte – Dies alles sind Berufsbezeichnungen, die im Volksmund häufig vermischt werden, die jedoch inhaltliche und formale Unterschiede aufweisen. Mit diesem Beitrag möchte ich zur Begriffsklärung beitragen, um die bestehende Verwirrung aufzulösen.

Das Gesetz für Psychotherapeuten legt fest, dass die Berufsbezeichnung ‚Psychotherapeut‘ nur von Ärzten und Psychologen nach einer Ausbildung in einem wissenschaftlich anerkannten Verfahren der Psychotherapie geführt werden darf. Anerkannt sind die Klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie, die Verhaltenstherapie, die tiefenpsychologisch fundierte, sowie analytische Psychotherapie, wie auch die Systemische Therapie.
Bei einer Facharztausbildung als Psychiater steht die medikamentöse Behandlung (Antidepressiva und andere Psychopharmaka) im Mittelpunkt.

Das Berufsbild ‚Psychotherapeut‘ im Spannungsverhältnis zwischen politischem, wissenschaftlichem und ganzheitlichem Zugang zum Menschen

Entgegen wissenschaftlicher Erkenntnisse beschränken sich die gesetzlichen Krankenkassen bei der Kostenübernahme einer psychotherapeutischen Behandlung auf die von Psychologen oder Ärzten durchgeführten Verfahren Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapie. Die Beschränkung auf die Grundberufe Psychologie und Medizin wird allerdings etwa von der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) kritisiert, die den Aspekt ‚Bildung der Persönlichkeit‘ als einer ihrer Ausbildungsschwerpunkte auch als wesentlichen Bestandteil einer Therapie sieht.
Die Inhalte der verschiedenen Ausbildungen für Psychotherapeuten unterscheiden sich deutlich. Sowohl Dauer der Ausbildung, Stellenwert der Selbsterfahrung der Therapeuten wie auch das Verständnis der Therapeuten-Klienten-Beziehung variieren stark.

Neben den oben genannten Wegen zum Beruf des Psychotherapeuten erlaubt außerhalb der genannten Beschränkungen eine Überprüfung nach dem Heilpraktikergesetz durch das Gesundheitsamt dem ‚Heilpraktiker für Psychotherapie‘ die psychotherapeutische Tätigkeit. Der Schwerpunkt liegt hier weniger auf der beruflichen Grundausbildung als vielmehr auf der psychotherapeutischen Fachlichkeit und Kompetenz.
Hierdurch wird dem gesamten Spektrum der psychotherapeutischen Ansätze eine Plattform gegeben. Dazu gehören sowohl gesprächsorientierte, wie auch kreative, erfahrungs- und körperorientierte Ansätze, wie etwa Focusing, Gestalttherapie, Körperpsychotherapie, Psychodrama, Kunst- und Musiktherapie, Hypnose und viele andere.

Ob eine Therapie wirksam ist, lässt sich sicherlich nicht an formalen Titeln festmachen. Ein verlässlicher Indikator ist vielmehr das innere Empfinden und die Veränderung des eigenen Befindens durch die Behandlung.