Angst und Angststörung

Angst ist zunächst etwas sehr Positives. Sie kann uns das Leben retten. Würden wir beispielsweise ohne jegliches Gefühl von Angst in den Bergen wandern gehen, wäre die Gefahr recht groß, dass wir unvorsichtig sind und abstürzen.

Gewissermaßen erhöht Angst unseren Stresspegel, wodurch wir aufmerksamer für uns selbst und unsere Umwelt werden. Wenn der Stresspegel, bzw. Angstpegel zu hoch wird, kommen wir mehr oder weniger bewusst in eine erhöhte innere Anspannung. Das wird auf Dauer sehr anstrengend. Diese zu hohe Anspannung kann dann genau das Gegenteil einer schützenden Funktion bewirken. Wir können mit unserer Aufmerksamkeit so sehr von der Angst und der damit einhergehenden Anspannung vereinnahmt werden, dass wir die momentane Situation nicht mehr vollständig wahrnehmen können. Wir werden dann umso unachtsamer. Dadurch trifft genau das ein, was wir eigentlich abwenden wollten. Unglücklicherweise erleben wir dann eine Bestätigung der Angst, d.h. die befürchtete Gefahr hat sich bewahrheitet. Fazit ist, dass sich unsere Angst und Anspannung erhöht. Das führt zu einem Kreislauf, der Angst, Befürchtungen und Anspannung zunehmen lässt. Irgendwann kann es dazu führen, dass gar keine reale angstauslösende Situation mehr vorhanden sein muss. Allein die Angst vor der Angst legt uns gewissermaßen „scheinbar schützend“ schon „präventiv in Ketten“. Dann können wir uns wie gefangen fühlen und nicht mehr frei und entspannt das Leben genießen.

Ursachen von Angst

Gründe für übermäßige Furcht und Sorgen können persönliche Erfahrungen sein. Erlebnise, die starke Ängste ausgelöst haben und nicht verarbeitet werden konnten. Das kann sowohl während der frühen Kindheit, der Jugend, als auch im Erwachsenenalter gewesen sein. Aber auch von den eigenen Eltern oder anderen nahe stehenden Menschen wurde manchmal eine ausgeprägte Ängstlichkeit oder Vorsicht „vorgelebt“. Man kann Ängste demnach auch „lernen“, bzw. von anderen Menschen bewusst oder unbewusst übernehmen.

Formen von Ängsten

Prinzipiell kann man in allen Lebensbereichen eine als Belastung empfundene Angst entwickeln. Manche Menschen erleben Angst gewissermaßen als „Grundstimmung“, die sie tagtäglich begleitet. Häufige Sorgen um die eigene persönliche oder berufliche Zukunft oder auch um nahe stehende Menschen. Ebenso können sich Ängste in Bezug auf spezifische Lebensbereiche entwickeln. Das kann die Angst vor Menschen im Allgemeinen sein, vor großen Menschenmengen oder vor anderen Menschen zu sprechen. Auch die Angst vor großen Plätzen, wie auch vor engen Räumen oder vor Reisen sind keine Seltenheit. Ebenso die Angst vor bestimmten Tieren, vor Krankheiten u.v.m. können Menschen sehr beeinträchtigen. Nicht zuletzt ist auch die Angst vor dem Tod ein sehr existenzielles menschliches Thema.