„Es gibt kein Mittel zwischen mir und anderen. Ich bin unmittelbar: in der Begegnung.“

(Jacob Levi Moreno – Begründer der Gruppenpsychotherapie)


Warum Gruppentherapie?

gruppe

Eine Gruppe steht immer auch stellvertretend für die Gesellschaft und die menschliche Gemeinschaft, in der wir leben. Da hier persönliche Themen häufig eher zurückhaltend geteilt werden, stellt das von-sich-selbst-erzählen zunächst eine gewisse Herausforderung oder sogar Überwindung dar. Persönliche Themen öffentlich preis zu geben, ist damit verknüpft, sich angreifbar, verletzlich oder sogar „schwach“ zu präsentieren, worauf die Reaktion der Umwelt in der Erfahrung vieler Menschen oft nicht sonderlich wohlwollend ist. Häufig sind es Sätze, wie „ach, nimm’s doch nicht so ernst“, „stell dich nicht so an“ oder „was ist denn mit dir los?“, die einen schnell allein gelassen oder gar „falsch“ mit dem fühlen lassen, was einen emotional beschäftigt. Oder die Mitmenschen wenden sich sogar ab, weil sie nicht verstehen können, was im Inneren nicht geklärt werden kann. Der Versuch, in Kontakt zu bringen, was einen zutiefst beschäftigt, führt dann häufig dazu, sich zurückzuziehen.

Umso intensiver wird dann eine mitfühlende Reaktion einer ganzen Gruppe, die motiviert ist von Den-Anderen-Verstehen-wollen, und letztendlich auch Verständnis entwickelt für die subjektiv als belastend empfundene Erfahrung eines Menschen. Die neue Erfahrung ist dann, sich auch mit emotionalem Schmerz und subjektiv empfundener „Schwäche“ zugehörig fühlen zu dürfen.

Nicht zuletzt stellt eine Gruppe immer auch einen wertvollen Erfahrungsschatz dar, durch den Erfahrungen ausgetauscht werden können. Auch wertvolle Gedanken der Teilnehmenden, andere Sichtweisen „von außen“ oder auch konkrete Ratschläge können einen inneren Prozess in Gang bringen. Was der Einzelne für sich hierbei mitnimmt und annimmt, bestimmt jeder für sich selbst.

Weiter kann der Raum einer Gruppentherapie wie kein besserer dazu genutzt werden, zwischenmenschliche Themen zu bearbeiten. Spannungen, persönliche Verletzungen, Misstrauen, Wunsch nach Nähe und Distanz spielen in jeder zwischenmenschlichen Beziehung eine wesentliche Rolle im Miteinander. Solche „alten Erfahrungen“ beeinflussen die neue Beziehung eher nachträglich – so, wie man sich eine Beziehung zu anderen Menschen gerade nicht wünscht.
Diese Dynamiken spiegeln sich in der Regel auch mit den Teilnehmenden einer Gruppentherapie wider, und können hier in einem geschützten Rahmen überprüft und mit der Zeit verändert werden. Neue Verhaltens- und Sichtweisen können ausprobiert werden, wodurch sich mit der Zeit die Wahrnehmung von sich selbst im Zusammenspiel mit anderen Menschen verändern kann. Selbst- und Fremdwahrnehmung sind hier teilweise recht unterschiedlich. Das kann für den Einzelnen natürlich auch dazu führen, „die Augen geöffnet“ zu bekommen, weshalb z.B. der Kontakt zu anderen Menschen oft so konfliktreich ist oder nicht in der gewünschten Form entwickelt werden kann. Häufig ist die Sicht von Außen jedoch sehr erleichternd und wertvoll und man erfährt, wie wenig wohlwollend man eigentlich mit sich selbst umgeht, und wie viel Wertschätzung einem die Umwelt entgegenbringt – wenn man sie denn zulässt.

Anerkennung von Individualität und dessen Wert für das Ganze soll Ziel sein dieser kleinen Reise zu sich selbst mit anderen Reisenden.


„Die Gegenwart des Anderen besteht darin, auf uns zuzukommen. Sie ist eine Aufforderung zur Antwort.“

(Emmanuel Lévinas – frz. Philosoph)


Rückmeldungen von Teilnehmern zu Erfahrungen meiner Gruppentherapie:

  • „Es war angenehm, endlich mal von anderen Menschen verstanden zu werden – was ich von meinem persönlichen Umfeld nicht so kenne.“
  • „Am Anfang war es schwierig, vor vielen Menschen etwas von mir zu erzählen, aber als ich mich dazu überwunden habe, hat es sich sehr entlastend und befreiend angefühlt.“
  • „Manchmal war es anstrengend, immer mit anderen mitzufühlen. Mit der Zeit habe ich aber gelernt, mich besser abzugrenzen. Und das war sowieso ein Lebensthema von mir.“
  • „ Ich hatte mich ganz schön isoliert in der Vergangenheit. Durch die Gruppe konnte ich endlich wieder eine Beziehung zu anderen Menschen entwickeln.“
  • „Ich hatte mich ziemlich einsam und alleine mit meinen Problemen gefühlt. Es hat gut getan zu merken, dass es nicht nur mir alleine so geht.“
  • „In der Gruppe habe ich erfahren, dass ich so sein darf, wie ich wirklich bin – ohne dafür bewertet zu werden.“